Unser Ziel ist der Colorado River am Buttom des Grand Canyon. Auf 1500 Höhenmetern steigt man durch 5 Klimazonen ab und die Temperatur steigt mit der Sonne. In der Mitte hat es fast 40 Grad – ganz unten noch über 30 Grad. Es ist wirklich schwer in Worte zu fassen, doch ich fand diese Wanderung noch viel beeindruckender als das Helifliegen. Je weiter man absteigt, desto kleiner kommt man sich vor – und desto größer erscheint der Canyon. Es ist ganz wenig los und wir sehen nur vereinzelte Wanderer.
Nach 3,5 Stunden Stufen abwärts, stehen wir am Colerado River – von wegen Bächlein – über einen ca. 80m breiten reißender Strom führen 2 Brücken. Wir gönnen uns im Schatten eine ausgedehnte Pause und stärken uns erst mal, bevor wir den langen Anstieg über den Bright Angel Trail nach oben antreten.
Nach 9,5 Stunden strammer Wanderung sind wir wieder oben – ich lass eine Französin ein Finisher Foto von uns machen und wir blicken noch mal mit uns und der Welt zufrieden nach unten, bevor wir uns am Campground eine Dusche für 2 Dollar gönnen.
Fazit – Grand Canyon in einem Tag ist zu schaffen – aber nur mit ausgezeichneter Kondition und genügend Proviant, genügend Pausen und Erfahrung in Sachen Einteilung von Kraft und Kondition. Auf der Strecke wurde mir klar, dass es zur Katastrophe führen kann, wenn man sich hier Blasen läuft, umknickt oder nicht genug zu essen dabei hat !!! Man kriegt da übrigens richtig Ärger wenn man gerettet werden muss – und muss mächtig blechen. Sinnvoll ist es, unten in der Phantom Ranch einen Schlafplatz zu buchen , oder am Colorado River einen Campingplatz zu ergattern. Allerdings sind diese beiden Möglichkeiten ein Jahr im Vorraus ausgebucht.