Dienstag, 15. Juni 2010
Irland - Tag 2
Nach einem langen Abend in der Brewery Bar of Letterkenny bei Livemusik und einer kalten Nacht in einer ungeheizten Pension, welche an Kitsch in Sachen rosa Plüsch, Porzellan, Kristallglas nicht zu überbieten geht, machen wir uns auf zum Mount Errigal. Der höchste Berg in Irland muss natürlich bezwungen werden. Sieht von weitem ein bisschen aus wie der Kilimandscharo, wegen seiner weißen Kalkhaube. Wanderwege gibts nicht - der Ire nimmt den direkten Weg über Torfwiesen und Geröll nach oben. Nur im sehr steinigen Bereich ist ein Pfad zu erkennen. 749 Meter hört sich einfach an, wurde aber mit jedem Höhenmeter anstrengender, weil steiler, gerölliger, kälter und vor allem windiger. Ganz oben am letzten kleinen Kamm, pfeift der Wind vom Mehr ungebremst drüber und hat mich tatsächlich ein paar mal aus dem Gleichgewicht gebracht. Auf halber Höhe am Berg wird es auch so kalt, dass ich alles anziehe, was ich noch im Rucksack habe - oben gefühlte 2-3 Grad bei eisigem Wind und durchziehendem Wolkendunst. Wir werden mit einem grandiosen Blick über eine Landschaft mit Seen, Hügeln, Küsten und Felsen belohnt. Wohnen tut hier kaum jemand. Die Gegend wird auch Arktis von Irland genannt hab ich gelesen. Nach der erfolgreichen Besteigung geht es weiter an den Küsten von Donegal, wo es unglaublich schöne Strände gibt. Nur die passende Temperatur gibts irgendwie nicht dazu. Wir haben Glück - immerhin kein Regen bei Sonnenschein und 16 Grad. Für Irland ist das Sommer.
Abonnieren
Posts (Atom)
